Polizeisenioren

Nur die Liebe zählt!
Eine Geschichte über die Zukunft der Menschheit.

Ein junger wissbegieriger König beauftragte die Gelehrten seines Landes, für ihn alles Wissenswerte der Welt aufzuschreiben. Nach 40 Jahren legten sie das Ergebnis in 1.000 Bänden vor. Der König, der inzwischen schon 60 Jahre alt geworden war, sagte: „Tausend Bücher kann und will ich nicht mehr lesen. Kürzt alles auf das Wesentliche!“
Nach zehn Jahren hatten die Gelehrten den Inhalt der Geschichte der Menschen in 100 Bänden zusammengefasst. Der König sagte: „Das ist noch zu viel. Ich bin schon 70 Jahre alt. Schreibt nur das Wesentliche!“

Die Gelehrten schrieben daraufhin das Wichtigste in ein einziges Buch. Sie kamen damit zum König, als dieser schon im Sterben lag. Da fasste der Vorsitzende der Gelehrtenkommission das Wesentliche der Geschichte der Menschheit in einem einzigen Satz zusammen:

„Sie lebten, sie litten, sie starben. Was zählt und überlebt, ist die Liebe.“

Liebe – das ist die zusammenfassende Aussage dieser überlieferten Erzählung – ist das Entscheidende, das Wichtigste im menschlichen Leben.

Sie kann nur mit dem Herzen gesucht und gefunden werden. Sie trägt und erträgt alles. Ein Leben ohne Liebe ist kein Leben.

Ein Leben kann mit noch so großer Leistung ausgefüllt sein, aber wenn es leer ist von Liebe, ist der Mensch wie eine Schale ohne Nuss.

Von der großen Bedeutung der Liebe im Leben der Menschen hat uns Jesus Christus berichtet und Zeugnis abgelegt. Er macht die gegenseitige Liebe zum Gebot; sie steht nicht in der Beliebigkeit der Menschen. Seinen Jüngern damals und heute sagt er im Johannesbrief, Kapitel 15, Vers 12, „Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, wie ich euch geliebt habe.“

Jesus hat die Menschen sehr geliebt. Er hatte für alle ein Herz und nahm Anteil am Schicksal eines jeden Einzelnen, der ihm begegnete, das berichtet uns mannigfaltig die Bibel.

Er hatte Zeit für die Samariterin am Jakobsbrunnen. Er liebte Marta und Maria und ihren Bruder Lazarus. Er war besorgt um den Kranken am Teich Bethesda. Er hat sich niedergebückt, um den Jüngern die Füße zu waschen.

Wie Jesus sollen auch wir auf die Menschen zugehen und ihnen unsere Liebe schenken.

Ein lobendes Wort, ein lieber Brief, ein freundliches, lächelndes Gesicht, eine gute Tat, die teilnehmende Frage: „Wie geht es Ihnen“, oder: „Haben Sie einen Wunsch?“ – Diese und viele andere Schritte können durch nichts in der Welt ersetzt werden.

Es gibt jeden Tag viele Gelegenheiten, Jesu Liebe an unsere Mitmenschen weiterzugeben.

Wer nur um sich selbst kreist, wer sich abkapselt, wer den Mitmenschen nicht an sich heranlässt, verfehlt sein Leben.

Egoismus verdirbt das Leben – führt an ihm vorbei – ins Abseits. In einem bekannten ökumenischen Liedvers heißt es wunderbar: „Wo die Güte und die Liebe wohnt, dort nur wohnt der Herr“. Das Evangelium – die frohe Botschaft – erinnert uns alle Zeit daran: „Nur die Liebe zählt!“

Nehmt also Euer Herz in beide Hände – wandert froh durch die Zeit – nutzt sie – begegnet achtsam Euren Mitmenschen in Freud und Leid.

(Roland Schlosser, Polizeiseniorenfreizeit 2019 in der Heilsbach)


Ansprechpartner für Polizeisenioren:
Roland Schlosser
roland.schlosser@polizeiseelsorge-speyer.de